Definition Ökosystemleistungen

Ökosystemleistungen ("Ecosystem services") werden von der Natur erbracht und haben eine fundamentale Bedeutung für das menschliche Leben: Fruchtbarer Boden, Trinkwasserverfügbarkeit, Schutz vor Naturgefahren und die Erholungsleistung der Natur bilden die Grundlage für unsere Lebensqualität.

 

Die Landbewirtschaftung trägt ganz wesentlich zur Erhaltung von Ökosystemleistungen bei, kann aber auch durch Beeinträchtigung von Ökosystemen deren Fortbestand gefährden. So profitiert die Landwirtschaft von Leistungen der Ökosysteme wie fruchtbarem Boden, Wasserverfügbarkeit oder Bestäubung und erbringt auch Leistungen wie z. B. die Sicherung der Artenvielfalt in den Kulturlandschaften.

 

Welche Leistungen ein Ökosystem erbringen kann, hängt von dessen Artenzusammensetzung und Artenvielfalt ab, sowie von seiner Fähigkeit, eine bestimmte Funktion zu erfüllen, z.B. Wasser- und Kohlenstoffspeicherung.

 

Mit zunehmendem Druck auf die Umwelt werden diese Leistungen knapper. Es ist daher wichtig, ihre Bedeutung aufzuzeigen und verstärkt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Diese Aufgabe wurde von einigen Initiativen übernommen, z. B. das Millenium Ecosystem Assessment der TEEB-Studie (The Economics of Ecosystems and Biodiversity).

Ökosystemleistungen und Wirtschaft

Ökosystemleistungen sind eine wichtige Basis für die Wertschöpfung in vielen wirtschaftlichen Bereichen. Den meisten Ökosystemleistungen liegt die biologische Vielfalt zugrunde. Es ist daher auch im Sinne der Wirtschaft wichtig, eine Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt möglichst gering zu halten. Voraussetzung dafür ist aber die Kenntnis des Einflusses verschiedener Wirtschaftszweige auf die Biodiversität.

 

Ein zweiter Schritt erfordert die Umsetzung von Biodiversitäts-schonenden Maßnahmen auf betrieblicher Ebene. Welchen wirtschaftlichen Schaden ein Verlust von Ökosystemleistungen nach sich ziehen kann, ist mittlerweile belegt (TEEB - The Economics of Ecosystems and Biodiversity). Die weltweit angelegte TEEB-Studie (2010) liefert überzeugende Argumente, warum Biodiversität und Ökosystemleistungen in Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden müssen.

 

Der World Business Council for Sustainable Development stellt fest, dass „die Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit der Ökosysteme für die Wirtschaft in hohem Maße relevant ist, da Unternehmen diese durch ihre Aktivitäten nicht nur beeinträchtigen, sondern auch von deren Leistungen abhängig sind. Dadurch können für die Unternehmen eine Reihe von Risiken für die Unternehmensentwicklung, aber auch neue Geschäftsmöglichkeiten entstehen.“

Das Konzept der Ökosystemleistungen soll das Bewusstsein für eine nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen fördern

Aufgrund der durch Bevölkerungswachstum, Ernährungsgewohnheiten, Urbanisierung etc. resultierenden Schädigung der Ökosysteme wird angestrebt, die Ökosystemdienstleistungen zu monetisieren. Das heißt, der volkswirtschaftliche Wert einzelner ausgewählter Ökosystemdienstleistungen soll beziffert werden, um das Ausmaß der Schäden als wirtschaftlichen Faktor begreifbar zu machen.

Ökosystemleistungen

Ökosystemleistungen werden nach dem Millennium Ecosystem Assessment in folgende Kategorien eingeteilt:

 

 Unterstützende Basisleistungen

  • Nahrungskreislauf
  • Bodenbildung
  • Primärproduktion von Leben

 Versorgungsleistungen

  • Nahrungsmittel
  • Trinkwasser
  • Holz und Faserrohstoffe
  • Brennstoffe
  • andere Ressourcen

Selbsttätige Regulierungen

  • Klimaregulierung und -ausgleich
  • Luftreinigung
  • Verhinderung und Selbstregulierung von Überschwemmungen (z.B. durch das Wasserrückhaltevermögen von Boden und Vegetation)
  • Selbstregulierung von Schädlingsbefall
  • Regulierung von Krankheiten (z.B. durch Herausbildung von Immunitäten)   

Kulturelle Dienstleistungen

  • Befriedigung eines ästhetischen Empfindens
  • Spiritualität
  • Bildung
  • Erholung in der Natur
 Letzte Änderung: 11.11.2013